Nachdem es nun schon länger in Planung war, bekommt Ihr nun die amüsantesten Pyo-Tourstorys regelmässig von mir frisch auf den Tisch gebracht. Ich hoffe meine literarischen Ergüsse immer innerhalb der nächsten 3-4 Tage nach Rückkehr von der Strasse hier reinstellen zu können. Aber nun Schluss mit Gelaber ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen! Euer Pete "Porno" Orno 17.10.2002
Leeuvarden (NL) Gloppe Es
hätte alles so schön sein können: Alle sind mehr oder weniger
ausgeschlafen als sich die Hamburger Crew zur Abfahrt bei Flo treffen.
In "Sarah Connor-Town" Delmenhorst treffen wir uns mit Peter,
Tourleiter Thorsten und unserem neuen Roadie, dem Onk aus Düsseldorf.
Soweit so gut. Nach einem schnellen Happen bei McD düsen wir los
in Richtung Niederlande. Im CD-Wechsler das Hörbuch von Dieter Bohlen,
was für eine kurzweilige Fahrt sorgt. Doch als wir gerade aus Groningen
fahren wollen, bemerkt Thorsten, dass unser geliebter Bulli schwer aus
dem Auspuff qualmt. Als wir die Motorhaube öffnen, kommt eine riesige
Dampfwolke entgegen die nicht unbedingt für gute Laune sorgt. Diagnose:
Zylinderkopf ist entweder im Arsch oder die Dichtung kaputt. Damit die
Show trotzdem stattfinden kann, muss nun schnell eine Lösung gefunden
werden. Vom Club im nur noch 50 km entfernten Leeuvarden kommt der PA-Verleiher
mit seinem LKW gefahren, in dem er die Band mitsamt Equipment zur Show
transportiert. Ein Bild für die Götter, da es im Fahrerhäuschen
nur zwei Sitzplätze gab und der Rest hinten im Laderaum auf dem ganzen
Kram Platz nehmen musste, was eher wie ein Flüchtlingstransport als
eine RocknRoll-Kapelle auf Tour aussah. 18.10.2002, Drachten (NL) Iduna Während ich mich noch in komatösen Tiefschlaf weile stellt sich heraus, das unser Bulli nicht wie erwartet heute wieder einsatzfähig wird, sondern ein Mietwagen her muss. Als ich erwache werde ich vor vollendete Tatsachen gestellt: Los nach Bielefeld, einen Mietbus abholen, während die Band mit einem anderen Mietwagen das Equipment von Leeuvarden ins nur 30 km entfernte Drachten karrt. Auch hier gibt es wieder nur drei Sitzplätze, womit die "Flüchtlingstransport-Ästhetik" in die zweite Runde geht. Mit dem neuen Bus unterm Hintern und der neuen Foo Fighters im Tapedeck brettere ich derweil auf der A33 durch das Emsland und komme dann endlich um ca. 22 Uhr im Iduna an, wo ich dann auch endlich das erste vernünftige Essen seit ca. 30 Stunden zu mir nehme.
Die Show ist großartig und die, trotz mangelnder Werbung und der kurzen Ankündigungszeit (die Show wurde knapp eine Woche vorher erst gebucht) ins Iduna gekommenen Leute sind alle hellauf begeistert und feiern die Band als wären sie ein paar hundert Leute. Sie bekommen auch einiges für Ihre 3 (!) Euro Eintritt geboten. Pyo posen als würden sie gerade zum dritten Mal hintereinander im ausverkauften Wembley-Stadion spielen. Nach zwei Stunden Show reicht es dann aber auch. Noch ein bisschen mit den Leuten gefeiert und zum Abschied noch eine Runde Aardappelshrijvjes (ist das richtig geschrieben?) also Kartoffelecken, für alle.
Über Landstrassen gehts zurück nach Leeuvarden wo wir noch mal dieselbe Unterkunft haben wie bereits in der Nacht zuvor. Briefi der Onk und ich stürzen uns noch ein wenig ins Nachtleben, aber da um 3 Uhr alle Läden dicht machen, liegen wir auch gegen halb vier im Bett.
Briefi
und ich hatten uns auf dem nachhause Weg noch ordentlich verlaufen, standen
dann aber dank 1A-Orientierungssinn plötzlich vor unserer Herberge.
Na also! Geht doch!
19.10.2002, Groenlo Nobody (NL) 10 Uhr wecken, da der holländische Mietbus in einer halben Stunde abgegeben werden muss. Hurra! Fit bin ich definitiv nicht, aber wenigstens keinen dicken Kopf. In Groelno angekommen brauchen wir fast genauso lange den Club durch ein unglaubliches Gewirre von Einbahnstrassen zu erreichen, wie wir für die knapp 140 km Strecke gebraucht haben.
Das Nobody ist ein winziger Club und Flo meint nur "das ist glaub ich die kleinste Bühne auf der ich seit 1992 gespielt habe". Der Veranstalter hat erst am heutigen morgen erfahren dass wir auch gerne eine Übernachtungsmöglichkeit hätten und offenbart uns, dass es unmöglich heute ein Hotel zu bekommen, da die ganze Stadt auf Grund eines Trachtenfestes oder so ausgebucht ist. Super Urlaub!
Das Problem wird gelöst, indem die zweite Etage, in der sich noch mal ein kleiner Club befindet, heute für die öffentlich keit geschlossen bleibt und wir dort unser Nachtlager beziehen dürfen. Back to the roots. Mit Matratzenlager auf der Tanzfläche, eigenem DJ-Pult, Lichtanlage und Tresen an dem wir uns bedienen können haben wir also unsere ganz private Party Area. Eintritt heute Abend beträgt lächerliche 2 Euro 50, trotzdem füllt sich der Laden anfangs ziemlich langsam.
Nun bestätuigt sich der Verdacht, den wir bereits am Nachmittag geschöpft haben: Die Band spielt nur als Rahmenprogramm zur normalen Samstagabend-Disco und ist für viele der Besucher eher eine Überraschung als, dass sie dafür Eintritt bezahlt hätten. Die Jungs geben sich wirklich alle Mühe, die Leute auf ihre Seite zu ziehen. Und jetzt geht´s erst richtig los: denn bei Freigetränken bis zum Abwinken und dem "Nachhauseweg" von nur einer Treppe sollte man die Gelegenheit doch nutzen kräftig feiern. Schließlich war es ja auch er letzte Tourabend in Holland zumindest. Euer Merchandiser Porno. (Anmerkung Flo: Ich war während der Hollandtour etwas krank und habe daher keinen Alkohol konsumiert. Und kiffen ist auch nicht meine Welt. Daher war ich als einziger nüchtern und mußte meine 8 Mitstreiter, Band und Crew 5 Tage im vollen Dilirium ertragen, sowas habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht erlebt! Es war die Hölle!) |